Ernährungscheck Teil 4: Paleo

Teil 4 meines Ernährungscheck nimmt heute Paleo – auch bekannt als „Steinzeitdiät“ – unter die Lupe!

Ich möchte anmerken, dass ich an dieser Stelle keine Ernährungsweise empfehle oder ablehne, sondern nur die Vor- und Nachteile vorstelle und meine subjektive Meinung dazu abgebe.

Paleo – leben wie in der Steinzeit?

Essen wie Steinzeitmenschen? Also so behaarte Männer, die nur im Lendenschurz herumlaufen und selbst ihr Essen -bestehend aus wilden Tieren – jagen? Das soll der Trend Paleo sein?

Natürlich nicht! Doch die Sache mit dem Fleisch ist gar nicht so verkehrt – allerdings wird es heutzutage selten selbst gejagt ;) Vereinfacht gesagt richtet sich Paleo nach der Ernährungsweise der Steinzeitmenschen. Es werden somit nur Lebensmittel verzehrt, die es auch schon damals gab und unverarbeitet gegessen werden können.

Doch ist dann nicht nur Fleisch und Fisch erlaubt, die sich die Menschen zur Steinzeit selbst gejagt und gefangen haben? Gab es damals schon gewisse Obst- und Gemüsesorten? Und was ist mit Ackerbau-Produkten und Viehzucht? Um es zu vereinfachen, stelle ich einfach mal eine kurze Übersicht auf, was nach dem Paleoprinzip gegessen und vermieden werden sollte.

Was beinhaltet die Paleo-Ernährung?

Verzehrt werden darf: Fleisch, Fisch, Nüsse und Samen, Obst (jedoch nicht alles), Gemüse, gesunde Fette und Eier.

Verzichtet wird auf: Getreide, industriell gefertigter Zucker, Milchprodukte, Hülsenfrüchte und stark verarbeitete Nahrungsmittel und Fette. Außerdem sind natürlich Zusatzmittel ein Tabu.

Die Paleo-Ernährungsweise erlaubt somit alle Lebensmittel, die es schon in vergleichbarer Weise zur Steinzeit – also zu Beginn der menschlichen Evolution – gab und unseren Körper mit reichhaltigen Nährstoffen versorgen. Dabei wird der Fokus auf nachhaltige und hohe Lebensmittelqualität gesetzt. Dieses Prinzip soll die Gesundheit nachhaltig und langfristig verbessern und die Ernährung mit unseren Genen in Einklang bringen.
Nahrungsmittel, die jedoch erst nach der Einführung von Ackerbau und Viehzucht (etwa vor 10.000 Jahren) zur Verfügung standen, sind vom Speiseplan der Paleo-Ernährung gestrichen.  Dazu gehören auch exotische und gezüchtete Obst- und Gemüsesorten, sowie Milchprodukte.

Vor- und Nachteile von Paleo

Vorteil: Der Verzicht auf Fertigprodukte, stark verarbeitete Nahrungsmittel und industriellen Zucker ist durchaus eine Wohltat für Körper, Figur und Geist. Diese Lebensmittel sind dafür bekannt, Krankheiten wie Diabetes, Fettleibigkeit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Verdauungsstörungen hervorrufen zu können. Auch das Allgemeinbefinden des Körpers soll sich durch erhöhte körperliche und geistige Energie verbessern – kein Wunder, wenn man ihm vollwertige und qualitativ hochwertige Nahrungsmittel zuführt anstatt „leeren“ Kohlenhydraten.

Nachteil: Der Verzicht auf Milchprodukte bedeutet zugleich auch der Verlust von wichtigen Mineralstoffen und Proteinen. Während Veganer das durch ähnliche Austauschprodukte ersetzen können, ist die Verwendung solcher Produkte in dem Paleo-Prinzip nicht so einfach. Gab es diese Produkte zur Steinzeit schon? Sind sie erst durch Ackerbau entstanden? Klar, auch Nüsse enthalten viel Protein und die dürfen ja bekanntlich verzehrt werden. Zugleich soll aber auf Hülsenfrüchte verzichtet werden, die auch als wichtige Nährstofflieferanten bekannt sind.
Zudem kann man den hohen Fleisch- und Fischkonsum in der Paleo-Ernährung sowohl gesundheitlich als auch ökologisch kritisieren. Auch der saisonale und regionale Einkauf von Obst und Gemüse kann sich in der Paleo-Ernährung manchmal als schwierig gestalten. Generell hat man mit erhöhten Nahrungsmittelkosten zu tun, wenn man sich streng nach der Steinzeitdiät ernährt.

Paleo – mein Fazit

Noch einmal zur Erinnerung: Hier geht es um meine subjektive Meinung!

Grundsätzlich finde ich den Ansatz von der Paleo-Ernährung gar nicht verkehrt – weniger Zucker, stark verarbeitete Lebensmittel, schlechte Fette und Zusatzstoffe. Dass sich das positiv auf Gesundheit, Figur und Geist auswirkt, glaube ich gerne. Diesen Ansatz finde ich unterstützenswert, solange er nicht im totalen Verzicht endet und flexibel im Alltag bleibt.
Allerdings finde ich die Umsetzung etwas streng – ich lebe nun nicht mehr in der Steinzeit und ich denke, dass der Mensch sich in den letzten 10.000 Jahren durchaus auch an Lebensmittel aus Ackerbau und Viehzucht gewöhnt und sich mit ihnen entwickelt hat. Sowohl Milchprodukte, als auch Getreide und Hülsenfrüchte liefern uns wichtige Nährstoffe, die der Körper braucht. Ich verstehe – und unterstütze – Veganer, die auf tierische Lebensmittel wie Milch und Eier verzichten, da sie aus Überzeugung keinerlei tierische Produkte zu sich nehmen wollen. Doch Veganer greifen dafür auf Sojaprodukte oder ähnliches zurück – welche jedoch auf dem Ackerbau und der Weiterverarbeitung der Lebensmittel basieren.

Ich sehe also die Vorteile für Körper und Geist, doch auch die Nachteile und die ökologischen Bedenken (Stichwort Überfischung, CO2-Produktion durch tierische -nennen wir es mal – „Abgase“). Paleo hat wie fast jede Ernährungsweise Vor- und Nachteile, die sich wohl ungefähr die Waagschale halten.
Für mich persönlich kommt Paleo nicht in Frage – ich bin für eine ausgewogene Ernährung, die nicht strikt Lebensmittel verbietet, sondern sie in gesunden Maßen genießen lässt. Ich respektiere aber jede Ernährungsweise und die Menschen, die sich nach ihr richten.

Ich denke, dass man auch mit einer ausgewogenen, vollwertigen Ernährung in Verbindung mit ausreichend Bewegung sehr gesund und fit durchs Leben kommt. Und das ganz ohne Verzicht. :)

 

Quellen:
http://www.paleo360.de/was-ist-paleo/
http://www.sueddeutsche.de/stil/trend-paleo-ernaehrung-steinzeit-auf-dem-teller-1.2149459
http://www.faz.net/aktuell/stil/essen-trinken/der-neue-trend-paleo-essen-wie-steinzeitmenschen-13216944.html

 

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